WM-Hoffnung Wellbrock: Freiwasserschwimmen macht „härter“

WM-Hoffnung Wellbrock: Freiwasserschwimmen macht „härter“

Deutsche Medaillenhoffnung bei der Schwimm-WM in Südkorea: Florian Wellbrock. Foto: Joel Marklund/Bildbyran via ZUMA Press

Gwangju (dpa) - Der deutsche Schwimm-Hoffnungsträger Florian Wellbrock macht sich um die Olymia-Qualifikation im Freiwasser bei der WM keine großen Sorgen.

Er glaube nicht, „dass die Olympia-Qualifikation beim Freiwasserschwimmen, für die ich in die Top Ten schwimmen muss, so eine große Hürde wird“, sagte der 21-Jährige im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Das ist gar nicht mein Anspruch. Ich möchte eine Medaille holen.“

Europameister Wellbrock will bei den Weltmeisterschaften in Südkorea zunächst über zehn Kilometer im Freiwasser in Yeosu starten und anschließend im Becken die Rennen über 800 und 1500 Meter schwimmen.

Auf die Frage, ob Freiwasserschwimmer ein besonderer Schlag Schwimmer seien, sagte Wellbrock: „Ich würde behaupten, sie sind lockerer. Beim Freiwasserschwimmen ist diese Anspannung vor dem Start gar nicht so hoch, denn bis es wirklich wichtig wird, hat man ja noch eine Stunde Zeit.“ So sei der niederländische Olympiasieger Ferry Weertman „eine Zeit lang immer mit Arschbombe reingesprungen. Ich warte auf den Tag, an dem ein 1500-Meter-Schwimmer mal mit Arschbombe ins Wasser springt. Das kann sich keiner leisten.“

Wellbrock würde jedem Langstreckenschwimmer aus dem Becken empfehlen, Freiwasserschwimmen mal auszuprobieren. „Ich würde behaupten, man wird durchs Freiwasserschwimmen härter.“

Zehn Kilometer zu schwimmen sei eine mentale Herausforderung, sagte der Magdeburger Wellbrock. Für ihn machten vor allem die letzten 100 Meter das Freiwasserschwimmen aus. „Die tun ja so höllisch und ekelig weh! Das kann man mit den Schmerzen, die man im Becken hat, gar nicht vergleichen. Ich möchte nicht sagen, dass das Freiwasser anstrengender ist, aber es ist ein ganz anderer Schmerz. Und diesen Schmerz mal zu fühlen ist fürs Beckenschwimmen schon hilfreich.“